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Posted on Mai 6th, 2011
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Die Zusammenkunft unterschiedlichster Kulturen führt zu einer gegenseitigen Bereicherung, daher betrachten wir die Globalisierung als große Chance. Erst die kulturelle Verdichtung und Verflechtung aller Kontinente können Toleranz und Vielfalt auf Dauer garantieren.
Im Migrationsland Deutschland ist hierzu noch viel zu tun, der Irrglaube an kulturelle Reinheit ist mitnichten verschwunden. Migranten und Ausländer gelten vielen Menschen noch immer als lästig, daher haben wir uns den Abbau solcher hartnäckiger Vorurteile zur Aufgabe gemacht.
Es gilt, die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte zu korrigieren und gemeinsam Integration zu erarbeiten, dies ist ein beidseitiger Prozess. In dieser Hinsicht halten wir es für unabdingbar, dass sich in Deutschland endlich ein anerkennender Stolz auf gemeinsame Leistungen entwickelt – denn erst wer sich selbst liebt, kann lieben und geliebt werden.
Ein kulturelles Miteinander in Vielfalt – Stolz statt Vorurteil!
Ein Schwerpunkt unserer Vereinsarbeit ist die Bekämpfung des allseitigen Extremismus, also jeder Versuch, eine subjektive Sichtweise zu verabsolutieren und diese mittels Gewalt durchzusetzen. Es liegt uns jedoch ausdrücklich fern, Links- und Rechtsextremismus gleichzusetzen – Rechtsextremismus ist und bleibt wesentlich akuter und gefährlicher, besonders hier in Dresden. Die zahlreichen Todesopfer rechtextremer Gewalt erinnern uns stets an diese singuläre Qualität von Rassismus und Menschenverachtung.
Gleichsam verurteilen wir linken Extremismus, der sich in den letzten Jahren auf dem Vormarsch befindet. Gemäß unserem Anspruch, keine Einseitigkeiten hinzunehmen, beobachten wir diese Entwicklung mit Sorge und Wachsamkeit. Auch anderweitige Extremismen, etwa religiöser Art, liegen in unserem Fokus.
Ausdrücklich nutzen wir den Extremismusbegriff weiter, denn wir sehen keine semantische Alternative. Extremes Gedankengut ist jedoch deutlich von Extremismus zu unterscheiden, extremistisch können hiernach nur Taten sein. Gewalt lehnen wir vorbehaltlos ab, völlig gleich aus welcher Motivation heraus.
Es ist unser festes Ziel, in Dresden eine dauerhafte Widerstandskultur zu etablieren, die aktiv gegenüber jeder Form von Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft Stellung bezieht. Recht und Freiheit, Toleranz und Vielfalt sind keine Selbstverständlichkeiten, sie werden von Verfassungsfeinden akut bedroht.
In Dresden wird diese Entwicklung immer noch unterschätzt, teilweise gar stillschweigend toleriert – insbesondere die Bemächtigung des 13. Februar durch rechtsextreme Kräfte ist hierfür ein Exempel. Die Stadt darf nicht den Eindruck erwecken, eine solch unmenschliche Propaganda zu dulden. Stilles Gedenken allein ist zu wenig, um dieser Vereinnahmung zu entgegnen.
Die Dresdner verdienen Erinnerung als Opfer, doch gleichsam tragen sie eben auch unbestreitbare Verantwortung als Täter. Ein solches Eingeständnis muss mit einem Bekenntnis zur Wehrhaftigkeit einhergehen – die Demokratie zu verteidigen, nicht nur einmal im Jahr, sondern dauerhaft im Alltag.
Um Frieden zu erhalten, muss man Widerstand leisten.
Widerstand jedoch bedingt Friedlichkeit – der beste Zweck kann keine Rechtfertigung für gewalttätiges Handeln sein. Wehrhaftigkeit ist an enge Grenzen gebunden, jeder Widerstand ist den Regeln der Demokratie unbedingt verpflichtet, gegen deren Bruch man sich doch wendet.
Gerade Dresden ist prädestiniert dafür, die Friedenshauptstadt zu werden. Die Frauenkirche als weltweites Symbol der Versöhnung nach den Erfahrungen totaler Zerstörung, die Ereignisse der friedlichen Revolution und ihrer Helden von 1989 – das ist ein einmaliges Erbe, welches in die Zukunft weist.
Hinter dieser Vision können sich alle Dresdner versammeln und gemeinsam den Weg zur Friedenshauptstadt gehen, in welcher Friedensforschung und Friedensmuseum zuhause sind; gemeinsam den Ruf erarbeiten, ein wehrhaftes Friedensverständnis verinnerlicht zu haben; gemeinsam die Brücke schlagen von 1945 nach 1989, vom 13. Februar zum 9. November.
Frieden braucht Widerstand, aber Widerstand bedingt gleichsam Friedlichkeit.
Dezidiert richten wir uns an die junge Generation, als Interessensvertreter einer vermeintlich verdrossenen Jugend wollen wir die träge Mehrheitsmasse mit Hilfe von neuen und kreativen Aktionsformen aufrütteln. Die Organisation von Carrotmobs – eine Art Masseneinkauf, bei dem die Verbraucher ihre Macht bündeln, um den meistbietenden Ladenbesitzer zur gemeinnützigen Reinvestition seines Gewinns zu bewegen – ist unsere Antwort auf gemeinwohlorientieres Wirtschaften.
Auch der dogmatische „Alltags-Absolutismus“ ist uns ein Dorn im Auge, niemand kann seine eigene Wahrnehmung als objektiv deklarieren – unser Ziel ist es deshalb, Austausch und Diskussion zwischen den Menschen und ihren konträren Meinungen zu ermöglichen. Zu diesem Zweck streben wir die Gründung eines politischen Salons an. Gerade in Zeiten, da die etablierte Politik unfähig zur Kommunikation komplexer Zusammenhänge scheint, sind gemeinsame Diskussionen unverzichtbar, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Unser Ziel ist also die Akzeptanz der Unterschiedlichkeit und kein zwanghafter Konsens – denn ohne Gegensätze gibt es keine Vielfalt, ohne Dynamik bedeutet Mitte Stillstand.
Ebenfalls liegt uns die Fortführung des Bildungsstreiks am Herzen, da Kürzungen im Bildungsetat in Zeiten doppelter Abiturjahrgänge und chronischer Unterversorgung schlicht inakzeptabel sind. Schulen und Universitäten sind systemrelevant – daher gilt es, Druck auf die Entscheidungsträger auszuüben; allerdings auf konstruktive Art und Weise, destruktive Hörsaalbesetzungen lehnen wir ab.
Im Kampf um Informationsfreiheit beziehen wir eindeutig Stellung: Leaking ist digitaler Investigativ-Journalismus und damit ein wohltuendes Gegengewicht zu staatlicher Datensammelwut. Wir begreifen das Internet als neue Dimension individueller Freiheit, welcher die Chance globaler Vermittlung innewohnt und unterstützen dessen Entwicklung hin zum Leitmedium von Demokratie und Transparenz.
Mai 26th, 2011 at 7:23 am
ich find euch dufte!
Mai 26th, 2011 at 8:39 am
Danke
Karotten fühlen sich vom Carrotmob bestimmt angesprochen
Mai 27th, 2011 at 9:44 am
meint ihr das tatsächlich ernst was ihr hier schreibt?
als gedankenanregung für euch, warum die formel ‘links=rechts=extremismus’ keinerlei hand und fuß hat:
http://inex.blogsport.de/offener-brief-gegen-jeden-extremismusbegriff/
Mai 27th, 2011 at 11:01 am
wow. sowas inhaltsfreies hab ich lange nicht gesehen – nicht mal beim ak antifa.
Mai 27th, 2011 at 11:06 am
ps:
mein liebling ist übrigens:
“Es ist die Aufgabe der jungen Generation, unsere Republik zu verteidigen und zu erneuern – mit Hilfe neuer Vermittlungsansätze wollen wir Konservative und Alternative zusammenführen, trennende Ufer überbrücken und die dringend notwendige Einigkeit stiften.”
so viel träumen von der volksgemeinschaft ist nicht mal mehr bei der npd zu finden.
Mai 30th, 2011 at 12:36 pm
Ja wir meinen das ernst;) Extremismus ist für uns die Durchsetzung verabsolutierter Sichtweisen mit der Hilfe von Gewalt…
Mai 30th, 2011 at 12:40 pm
Ich finde es nicht allzu inhaltsarm, aber natürlich sind am Anfang noch nicht alle Gedanken gedacht, wir suchen ja Input, damit sich neuer Output findet…
Mai 30th, 2011 at 12:43 pm
Grundsätzlich find ich den Vergleich ja ziemlich witzig, kannst du ihn nicht bitte ausführen, damit ich noch mehr Spaß habe?:)